Inge Schulz

Inge Schulz, Personalchefin, Allianz Österreich

Wie entwickelt sich die Jobzufriedenheit in Österreich?

Wir waren selbst von dem Ergebnis überrascht, denn eine von uns in Auftrag gegebene Studie – das Arbeitsbarometer 2015 – zeigt im Vergleich zu unserer Vorgängerstudie aus dem Jahr 2010 einen dramatischen Rückgang in der Zufriedenheit der Menschen mit ihrer Arbeitssituation – und zwar über alle Bundesländer und Altersgruppen hinweg. Im Jahr 2010 waren noch 82 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher mit ihrem Beruf zufrieden oder sehr zufrieden. Heute sind das grad 63 Prozent und man fragt sich: Hat sich das restliche Drittel innerlich bereits vom Job abgemeldet?

Was nährt die Unzufriedenheit?

Ganz massiv ist die Unzufriedenheit mit dem Gehalt; aber auch mit Karrierechancen und Entwicklungsmöglichkeiten sind viele Arbeitnehmer nicht zufrieden. Für mich persönlich interessant war, dass die Gehaltszufriedenheit bei Männern und Frauen ungefähr gleich aufliegt – trotz der bekannten Bezahlungsunterschiede in Österreich. Tatsächlich hat es in den letzten fünf Jahren kaum Reallohnzuwächse gegeben. Besonders unzufrieden sind ungelernte Arbeiter mit dem Gehalt. Es gibt auch starke regionale Unterschiede – das Burgenland ist beispielsweise ganz dramatisch abgestürzt.

Was tut die Allianz gegen Jobunzufriedenheit im eigenen Haus?

Wir investieren viel Geld in Aus- und Weiterbildung, Talenteförderung und leistungsgerechte Bezahlung. Außerdem ermöglichen wir Work-Life-Balance. Wir haben extrem flexible Arbeitszeiten, betreiben einen Betriebskindergarten und bieten Ferienbetreuung für Kinder unserer Mitarbeiter. Außerdem gibt es bei uns Gesundheitsangebote, die deutlich über das gesetzliche Mindestmaß hinausgehen. Das zahlt sich aus. Bei unserer letzten Mitarbeiterbefragung im Herbst 2015 haben 87 Prozent der Belegschaft bestätigt, dass sie stolz sind, bei der Allianz zu arbeiten.

(Aus Ausgabe 3 2016)