Elisabeth Höllhumer

Elisabeth Höllhumer, Consultant, uniforce consulting GmbH

Frau Höllhumer, Sie haben Ende Jänner die Ergebnisse Ihrer „place to perform – Österreichs beste Praktika 2015“-Studie veröffentlicht. Was waren denn die wesentlichen Erkenntnisse?

Qualität vor Quantität: Der Fokus liegt bei der Praktikumswahl vor allem auf den inhaltlichen Tätigkeiten und der Möglichkeit, Neues zu lernen, weniger auf den rein finanziellen und karriereorientierten Anreizen. Auch von Unternehmensseite zeigt sich der Trend in Richtung erhöhter Wertschätzung für Praktikanten. Sie werden nicht als preisgünstige Vertretung gesehen, sondern als Chance, frühzeitig einen Pool aus High Potentials aufzubauen, diese kennenzulernen und ihnen Praxiserfahrung zu bieten. Die Talente von morgen – am besten also schon heute.

Hat sich im Vergleich zu den Ergebnissen der Vorjahre etwas grundlegend geändert?

Verantwortung erhalten und dies auch zeigen können: immer schon von Praktikanten gewünscht, doch heuer als besonderes Anliegen als Ergebnis gesehen. Deutlich zeigt sich auch, dass für Praktikanten der respektvolle Umgang sowie hilfsbereite Kollegen, die auf Fragen eingehen und im alltäglichen Arbeiten zur Seite stehen, wichtig sind. Prinzipiell sind Praktikanten bei den Siegerunternehmen, wie auch im Vorjahr, recht zufrieden.

Was machen die untersuchten Unternehmen allgemein gesehen gut, wo besteht Verbesserungsbedarf?

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einem guten Klima und klarer Kommunikation. Ein effizientes und respektvolles Bewerbungsmanagement, direkte Ansprechpersonen während des Praktikums, konstruktives Feedback sowie die Möglichkeit der Teamintegration mittels Firmenevents zeichnet die Top Fünf aus. Anforderungen an Praktikanten steigen, ebenfalls erhöhen sich aber auch die Anforderungen an ein gutes Praktikum seitens guter Studierender – dies sollten sich Unternehmen in Zukunft stärker ins Bewusstsein rufen.

(Aus Ausgabe 2 2016)