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in heft 5/2004 für sie gelesen:
Harvard Business Manager
Motivation - Was Manager und Mitarbeiter antreibt
176 Seiten
14,90 Euro
ISBN: 3-636-01199-5
Verlag: http://www.redline-wirtschaft.de
Rezensionen:
Motivation ist zweifellos ein Thema, das Führungskräfte jeden Tag aufs Neue bewegt.
Namhafte Experten, darunter David H. Burnham, David Gergen, Hans-Georg Häusel und
David C. McClelland, haben für den Harvard Business Manager Beiträge zum Thema
Motivation verfasst. Diese präsentiert der Band „Motivation: Was Manager und Mitarbeiter antreibt“. Die Autoren widmen sich den Aspekten Personalführung, Konfliktmanagement, Vergütungssysteme, Rhetorik,Neurobiologie und Psychologie.
Personalisten mit psychologischer Vorbildung bestätigt das Buch ihr Wissen über
psychodynamische Abläufe. Allen anderen kann ich es als Überblick und Denkanstoß
sehr empfehlen, da es Einblicke in grundlegende Prozesse gibt. Jeder Beitrag führt
weiterführende Literaturtipps sowie die E-Mail-Adressen der Autoren an.
Das Buch gibt aus meiner Sicht einen guten Überblick über Kernprobleme der Personalführung, kann jedoch aufgrund der Kürze der Artikel keine ausführlichen Lösungsanleitungen bieten. Das Kapitel „Trends“ informiert darüber, wie Teams ihre Konflikte mit improvisiertem Schauspiel lösen können, warum Unternehmen ihre Manager nicht über Aktien motivieren sollten und warum Führungskräfte mit authentischer Rhetorik und transportierter Ehrlichkeit letztlich am stärksten punkten.
Zudem erklärt ein Beitrag, wie die aktuellen Erkenntnisse der modernen Gehirnforschung dazu beitragen können, unsere Motivationen besser zu verstehen.
Die empfohlenen Strategien, um schwierige Mitarbeiter an Bord zu holen, nicht in die
klassischen Psychofallen zu tappen und dadurch Frust zu vermeiden, fasst der Band
psychologisch fundiert zusammen.
Besonders positiv hervorzuheben ist hier der Text von Klaus Eidenschink, „Gegen Frust in der Chefetage“. Er betont, dass Führungskräfte ihre Grundbedürfnisse nach Bindung,
Selbstbestimmung und Selbstwert befriedigen müssen, um Stressfaktoren zu reduzieren. Eidenschink zeigt auf, wie schwierig das Austarieren dieser Bedürfnisse schon als Normalbürger ist und wie viel mehr eine Führungskraft gefordert ist, aufgrund ihrer Funktion mit der Gegensätzlichkeit von Bedürfnissen ausgewogen umzugehen. Denn in seiner Position als Chef setzt sich ein Vorgesetzter ganz automatisch einer ganzen Reihe von Störfaktoren aus, die jedes der drei Grundbedürfnisse aus dem Gleichgewicht bringen kann. Und keiner kann auf Dauer das geben, was er selbst vermisst. So viel zum Thema „Leading by example“.
Der Band bietet drei klassische Beiträge zum Thema intrisische Motivatoren, Selffulfilling Prophecies und machtorientierter Führungsstil
– gut, aber nicht neu.
Alles in allem bietet das Sammelwerk einen Überblick zum Thema Motivation. Mit seiner
Hilfe können all jene ihr Wissen auffrischen, die täglich Führungsarbeit leisten - oder es
bald werden. Hinweise für weiterführende, vertiefende Literatur gibt es ebenfalls.
Grundsätzlich zeigt das „Potpourri“ dieses Buches sehr gut auf, dass in der Motivationsforschung ein Thema nicht losgelöst von anderen betrachtet werden kann.
| Praktischer Nutzwert: |
**** |
| Lesbarkeit / Schreibstil: |
***** |
| Verständlichkeit: |
***** |
| Gliederung / Übersichtlichkeit: |
**** |
| Meine persönliche Empfehlung für Personalverantwortliche: |
***** |
„Motivation – Was Manager und Mitarbeiter antreibt“ fasst Beiträge zusammen, die in der deutschen Ausgabe des Magazins Harvard Business Manager erschienen sind. Mit seinen vier Kapiteln „Trends“, „Strategien“, „Klassiker“ und „Meinungen“ spannt es einen breiten thematischen Bogen. Der Schwerpunkt liegt jedoch im Bereich Führungsarbeit.
Das Kapitel „Trends“ informiert über das Thema Unternehmenstheater als neue Form
der Teambildung. Roger L. Martin wirft einen kritischen Blick auf die Vergütung mit
Aktienoptionen und berichtet über deren Auswüchse im angloamerikanischen Raum.
Ein Interview mit David Gergen gibt Einblicke in die Bedeutung von Rhetorik in der amerikanischen Politik. Das Kapitel schließt mit einer Einführung in die Neurobiologie und
der Vorstellung einer Motivationstheorie auf Basis der limbischen Persönlichkeitstypen.
Im zweiten Kapitel „Strategien“ beschreibt Nigel Nicholson seine Führungsstrategie. Er
schlägt empathische Führung und ein Drei-Phasen-Modell zum Umgang mit problematischen Mitarbeitern vor. Im Vergleich zu den kurzen Beiträgen des ersten Teils, nehmen hier Fallbeispiele viel Raum ein. Der Beitrag „Gegen Frust in der Chefetage“ vertritt die These, dass Führungskräfte ihre Bedürfnisse nach Bindung, Selbstbestimmung und Selbstwert befriedigen müssen, um sich in ihrer Rolle wohl zu fühlen und leistungsfähig zu sein.
Im Kapitel „Klassiker“, glänzt der Artikel von Frederic Herzberg aus dem Jahr 1968.
Seine blumige und teilweise mit Sarkasmus gewürzte Sprache ist ein Lesegenuss. Für
einen guten Gesamtüberblick zu klassischen Motivationstheorien fehlen leider Artikel zu
den Theorien von Maslow, Atkinson oder Csikszentmihalyi. Unter dem Titel „Meinungen“
präsentiert das Abschlusskapitel ein Fallbeispiel, inklusive Stellungnahmen von Managementexperten und von einem pensionierten US-General. Reinhard Sprenger legt
in einem Interview die Grundlagen seiner Theorien dar, wonach es besser ist, Demotivation zu vermeiden, als neue Motivatoren zu erfinden. Seine markigen Sprüche polarisieren. So sagt er bezogen auf die Objektivität von Mitarbeiterbeurteilungen, dass nichts so viel Autorität habe, wie die radikale Subjektivität. Das Buch schließt mit einem Artikel zum Thema Führung und Vertrauen. Mit der Feststellung, dass die zentrale Schwäche von Vertrauen in seiner Zerbrechlichkeit liegt, weist der Autor, Stefan Kühl, auf die Risiken dieses Management-Trends hin.
Das Buch präsentiert sich als subjektiver Meinungsspiegel zum Thema Motivation
und versucht den Bogen zwischen Theorie und Praxis sowie aktueller und traditioneller
Forschung zu spannen. Hier liegt auch seine zentrale Schwäche. Artikel, Forschungsergebnisse und Interviews sind unkommentiert verknüpft. Die einzelnen Beiträge sind durch die Schreibweise im Magazinstil leicht verständlich. Literatur- und Linkverweise ermöglichen eine vertiefende Befassung mit den einzelnen Themenbereichen.
Obwohl sich ein Artikel des Buches der Neurobiologie widmet, setzt es die Erkenntnisse
bezogen auf seine Aufmachung nicht um. So finden visuell veranlagte Leser kaum
Grafiken und Schaubilder. Auf eine farbige Darstellung der Charts wurde verzichtet.
Das Buch ist aus meiner Sicht all jenen zu empfehlen, die sich einen ersten Eindruck
von unterschiedlichen Motivations-Theorien und aktuellen Entwicklungen verschaffen
möchten. Eine fundierte Abhandlung von Grundlagen fehlt. Da die Artikel sehr kurz
sind, eignet sich der Band jedoch hervorragend als Reiselektüre.
| Praktischer Nutzwert: |
** |
| Lesbarkeit / Schreibstil: |
*** |
| Verständlichkeit: |
*** |
| Gliederung / Übersichtlichkeit: |
*** |
| Meine persönliche Empfehlung für Personalverantwortliche: |
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