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in heft 5/2010 für sie gelesen:
Sonja Radatz
Veränderungen verändern:
Das Relationale Veränderungsmanagement
392 Seiten
39,90 Euro
ISBN: ISBN 978-3-902155-11-5
Verlag: www.literatur-vsm.at
Rezensionen:
Viele Veränderungsprozesse liefern keine zufriedenstellenden Ergebnisse – oder gar keine. Außerdem dauern sie zu lange. Wie lange schätzen Sie, nimmt ein Veränderungsprozess in Anspruch? Die Antwort lautet: ein bis zwei Jahre und länger, so Autorin Sonja Radatz. In ihrem neuen Buch „Veränderung verändern: Das Relationale Veränderungsmanagement“ beschreibt sie die vierte Schule der Veränderung, die zeigt, wie schnell und effizient Veränderungen greifen können.
Zum Einstieg stellt der Band die ersten „drei Schulen der Veränderung“ dar: „Alles in der Leitung bis ins Detail selbst entscheiden und gestalten zu müssen“, besagt die erste Schule der Veränderung, während die zweite unter dem Motto steht, „alles in die Hand der Führungskräfte und Mitarbeiter zu geben – denn was nicht gern getan wird, wird gar nicht getan“. Die dritte Schule der Veränderung, das Transformationsmanagement, entstand der Autorin zufolge als Kombination der ersten und der zweiten Schule der Veränderung.
Und dann wird das Buch so richtig spannend. Was macht die vierte Schule der Veränderung anders als andere? Klar und sehr detailliert schildert Radatz die Schritte des Relationsmodells:
Aspekte, Zusammenhänge, kritische Schlüsselfaktoren und Praxisinstrumente.
Im Relationsmodell gibt es keine Analysen, keine Steuerungsgruppen, kein Kick-off, keinen Workshop, keine Assessment-Center und keine Potenzialanalysen. Change ist eine Neuerfindung.
Die Führungsebene spielt dabei eine zentrale Rolle, denn sie stößt Veränderungsprozesse an. Das Neue wird sofort und selbstverantwortlich umgesetzt. Widerstand wird anders gelebt als in vielen herkömmlichen Veränderungsprozessen, weil er unmittelbar eingebracht werden kann.
Die Beteiligten arbeiten in Kleingruppen von zwei Personen. Es gibt keine moderierten Prozesse, stattdessen halten die Teilnehmer ihre Ergebnisse selbst schriftlich auf einer Flipchart fest.
Sonja Radatz präsentiert im Buch einige Design-Beispiele aus ihrer Praxis, welche die vierte Schule der Veränderung plastisch vermitteln, zum Beispiel ein Change-Projekt nach einer Strukturveränderung in einem Produktionsunternehmen. Das Relationale Veränderungsmanagement lässt sich der Autorin zufolge in jeder Branche, in jeder Betriebsgröße und in jedem Land anwenden. Sie beschreibt sehr praxisorientiert und erfrischend einfach, wie die Change-Management-Theorie in der Praxis funktioniert. Und man würde am liebsten gleich selber damit beginnen, Veränderung zu leben. Ein Buch, das meiner Meinung nach hält, was es verspricht. Es ist übersichtlich strukturiert, motiviert zum Weiterlesen, und schlussendlich taucht man unbewusst tiefer in die spannende Materie ein.
| Praktischer Nutzwert: |
**** |
| Lesbarkeit / Schreibstil: |
***** |
| Verständlichkeit: |
***** |
| Gliederung / Übersichtlichkeit: |
***** |
| Meine persönliche Empfehlung für Personalverantwortliche: |
**** |
„Gestalten Sie, sonst werden Sie gestaltet“ – Mit diesem klaren Statement eröffnet Sonja Radatz ihren Ruf nach einer vierten Schule der Veränderung.
Ausgehend von der Idee, dass ein professionelles Veränderungsmanagement notwendig ist, um die Arbeit von Teams zu optimieren und Unternehmen voranzubringen, hinterfragt die Autorin verbreitete Change-Methoden. Viele dieser Ansätze sind bekannt, entweder durch erlebte Erfahrung und/oder eigene Anwendung. Die großteils nicht zufriedenstellenden Ergebnisse dieser Veränderungsprozesse sind leider ebenso präsent. Genau hier setzt Sonja Radatz an und zeigt
auf eindrucksvolle Art und Weise typische Problemfelder auf. Die Nachvollziehbarkeit der Argumentationen führt den Leser von einem „AHA-Effekt“ zum nächsten und nach rund 100 Seiten folgt die Erkenntnis: „Bisherige Versuche waren sinnlos, wirkungslos oder beides“.
Aufgelöst wird diese wenig erfreuliche Situation durch eine neue Form von Change-Prozess, das Relationale Veränderungsmanagement, das die Autorin in Abgrenzung von den vorher beschriebenen Ansätzen als „vierte Schule der Veränderung“ bezeichnet. Als Basis dient das von Sonja Radatz entworfene und später mit Oliver Bartels gemeinsam weiterentwickelte Relationsmodell. Dabei steht der konstruktivistische, systemische und autopoietische Aspekt im Vordergrund.
Zentrale Aspekte des Relationsmodells bilden der Rahmen und das Bild, das innerhalb des Rahmens gestaltet wird. So muss sich ein Team in den gegebenen Unternehmensrahmen einfügen, das Unternehmen sich wiederum in einen Konzernrahmen und dieser in einen Marktrahmen. Ebenso schafft die Struktur der Unternehmensleitung, entwickelt von allen Mitgliedern, den Rahmen für die Abteilungen und Bereiche.
Aufbauend auf dem Relationsmodell beschreibt Sonja Radatz die Architektur des
Veränderungsprozesses, die fünf Phasen umfasst:
- das Erarbeiten des Rahmens,
- das strategische Bild,
- das Vorbereiten der Bild-Erarbeitung,
- das Erarbeiten des Bildes mit dem Gesamtteam/-unternehmen sowie
- Follow-up und Adjustment.
Für die Grob- und Feinarchitektur stellt der Band eine Reihe von Praxisinstrumenten vor.
Hinzu kommen ergänzende Konzepte und Herangehensweisen für spezifische Situationen als Anwendungshilfen für die vierte Schule der Veränderung. Zur einfachen und raschen Implementierung in den Veränderungsalltag gibt es abschließend konkrete Design-Beispiele aus der Praxis.
Fazit:
Mit dem Relationalen Veränderungsmanagement gelingt eine einfache, schnelle und sofort gelebte Veränderung mit geringem Widerstand und Selbstverantwortung auf allen Ebenen.
| Praktischer Nutzwert: |
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| Lesbarkeit / Schreibstil: |
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| Verständlichkeit: |
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| Gliederung / Übersichtlichkeit: |
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| Meine persönliche Empfehlung für Personalverantwortliche: |
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