Personal Manager - Zeitschrift für Human Resources
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in heft 1/2009 für sie gelesen:


Doug Stevenson

Die Storytheater-Methode

Stragegisches Geschichtenerzählen im Business
360 Seiten
29,90 Euro
ISBN: 978-3-89749-849-5
Verlag: www.gabal.de


Rezensionen:



Anika Harb

Leiterin
Institut Weiblick - Gesundheitsförderung und Weiterbildung
anika.harb@institut-weitblick.at

„Die Storytheater-Methode – Strategisches Geschichtenerzählen im Business“: Der Titel kann leicht in die Irre führen. Wer jedoch auf der Suche nach einer einfachen Methode ist, um seine rhetorischen Fähigkeiten bei Vorträgen zu optimieren, ist mit dieser Lektüre gut beraten. Der ursprüngliche Titel „Never be boring again“ gibt wohl eher Aufschluss auf den wahren Inhalt des Werkes.

Doug Stevenson, ursprünglich Schauspieler, verkörperte auf den Bühnen Hollywoods unterschiedlichste Rollen und bringt nun als Berufsredner den Zuhörern in seinen Vorträgen mit Hilfe von Geschichten seine Botschaften nahe. Er versetzt sein Publikum in oft längst vergessene Zeiten des Kind-Seins, als man von Geschichten fasziniert war und sich von ihnen in ihren Bann reißen ließ. Stevenson nutzt Geschichten als Metaphern, bringt das Publikum zum Lachen und versucht damit, In sechs Teilen und insgesamt 27 Kapiteln erhalten die Leser klare Anleitungen zum Entwickeln ihrer Geschichten.

Der Autor beschreibt detailgenau, wie ein guter Erzähler fesselnde Storys aufbauen und den Zuhörern nahe bringt. Die Gliederung des Buches ist bestens gelungen, da sie zweierlei Leser anspricht: erstens jene, die in einzelnen Kapiteln nach Kurzinformationen suchen, um schnelle Inputs für eigene Reden zu erhalten. Zweitens richtet er sich an jene Leserschaft, die sich im Detail mit dem Thema beschäftigen möchte. Für sie verwendet er eine Art „Storytelling-Stil“, das heißt, er verpackt seine Inhalte in Geschichten, gibt viele Beispiele aus der Praxis und dekoriert all dies mit plakativen Slogans und Zitaten, sodass es für den interessierten Leser schwierig wird, das Buch aus der Hand zu legen. Alle Anregungen gibt Stevenson in „Rezeptform“, sodass man schnell und übersichtlich sieht, worauf man achten sollte.

Besonderes Augenmerk legt Stevenson auf zwei Bereiche: auf die Körpersprache und das
Selbstbewusstsein des Redners. Erstere wird in Teil 5 eventuell zu detailgenau und ausschließlich beschrieben. Für unsichere Redner vielleicht ein Vorteil, für geübte Vortragende sicher zu viel an Information. Offen bleibt trotz guter und anschaulicher Inhalte dennoch, wie man „harte Fakten“, die Business-Vorträgen ja häufig behandeln – zum Beispiel Marktanalysen oder Kennzahlen – spannend aufbereiten kann. Dies wird wohl weiterhin eine Herausforderung für Vortragende bleiben.


praktischer Nutzen: ***
Lesbarkeit / Schreibstil: ****
Verständlichkeit: ****
Gliederung / Übersichtlichkeit: *****
Meine persönliche Empfehlung für Personalverantwortliche: ***



Gerad Beidernikl

Senior Projektmanager Organisationsforschung und Beratung
psychonomics AG
gerd.beidernikl@psychonomics.at

Das Buch „Die Storytheater-Methode: Strategisches Geschichtenerzählen im Business“ von Doug Stevenson führt den Leser in eine strukturierte Methode des Erzählens und Präsentierens von Geschichten ein. Der Autor konzentriert sich darauf, die Einsatzmöglichkeiten und Vorteile des Storytellings im Arbeitskontext vorzustellen, um Vorträge, Reden oder Referate lebhafter, einprägsamer und damit erfolgreicher zu gestalten.

Die Grundregel der „Storytheater-Methode“ lautet: das Publikum ansprechen und emotional berühren. Der Redner soll versuchen, Bilder im Kopf der Zuhörer zu erzeugen. Mit der richtigen Wortwahl, Körpersprache, Stimme und Erzähltechnik zieht er sein Gegenüber in den Bann der Geschichte. Sehr häufig schweifen Menschen im Laufe eines Vortrages gedanklich ab und nehmen nur wenige Inhalte mit. Die „Storytheater-Methode“ mit einer Geschichte, die einer klaren Struktur folgt, einen lehrreichen Kern hat und Gefühle hervorruft, soll die Merkleistung des Publikums erhöhen. Neun Strukturierungsschritte bilden den Aufbau einer fesselnden Geschichte, „Comedy-Elemente“ und eine dramatische Erzählweise halten den Zuhörer in Atem. Doug Stevenson will Redner ermutigen, das Publikum zu begeistern, zu erheitern und ihm eine Botschaft mit auf den Weg zu geben.

Das Buch gliedert sich in sechs Kapitel, die ersten drei beschäftigen sich mit den Themenfeldern „Geschichtenerzählen als Schlüssel zum beruflichen Erfolg“, „lebendige Vorträge durch die Storytheater-Methode“ und „die richtige Geschichte auswählen“. Hier erfährt der Leser, wie er die für sein Zielpublikum passende Geschichte aus einer siebenteiligen Typologie auswählen kann. Dem Autor zufolge lassen sich die beschriebenen Typen von Geschichten für jede Zuhörerschaft und in fast jedem berufl ichen Kontext einsetzen. Ein möglicher Typus ist das Schildern eines kurzen Vorfalles oder einer kleinen Anekdote aus dem beruflichen Alltag.

Im vierten bis sechsten Kapital geht Stevenson darauf ein, wie Vortragende eine fesselnde Geschichte gestalten können. In den letzten Kapiteln gibt er konkrete Empfehlungen für die eigene Körpersprache und gibt Tipps, wie Vortragende die Zuhörer in den Bann ihrer Rede ziehen können. Zugleich fordert er jeden Redner auf, seinen eigenen Stil im Geschichtenerzählen zu definieren, um somit die Authentizität des Vortragenden zu erhalten.

Doug Stevenson ist in seinem Buch bemüht, in den Köpfen der Leser den Grundgedanken zu verankern, nicht nur Referenten oder Vortragende, sondern Geschichtenerzähler zu sein. Das Zielpublikum des Buches ist sehr breit. Coaches, Trainer und all jene, die häufig beruflich vortragen, profitieren von seinen Vorschlägen und Ideen mit Sicherheit am meisten. Es ist insgesamt eine gute Grundlage, um einen anderen Blickwinkel auf allzu oft als Pflichtübung verstandene Vortragstätigkeiten einzunehmen und damit den eigenen Erzähl- und Vortragsstil zu reflektieren, möglicherweise zu überdenken. Eine direkte praktische Umsetzbarkeit ist aber gewiss nicht uneingeschränkt gegeben, sondern erfordert Übung und eine Neigung zum Erzählen. Das Buch ist nicht gezielt für Personalverantwortliche geschrieben und lässt sich auch nicht direkt in der Personalentwicklung einsetzen.


praktischer Nutzen: ***
Lesbarkeit / Schreibstil: ***
Verständlichkeit: ****
Gliederung / Übersichtlichkeit: ***
Meine persönliche Empfehlung für Personalverantwortliche: **