Personal Manager - Zeitschrift für Human Resources
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in heft 6/2008 für sie gelesen:


Thomas Lang-von Wins, Claas Triebel, Ursula Buchner und Andrea Sandor

Potenzialbeurteilung

Diagnostische Kompetenz entwickeln - die Personalauswahl optimieren
196 Seiten
34,95 Euro
ISBN: 978-3-540-23717-4
Verlag: www.springer.com


Rezensionen:



Marianne Hengstberger

Geschäftsführerin
Wiener Sozialdienste Alten- und Pflegedienst GmbH
marianne.Hengstberger@wiso.or.at

Immer wieder stehen Unternehmen vor der Aufgabe, Positionen von Entscheidungsträgern neu zu besetzen. Das Autorenteam Thomas Lang-von Wins, Claas Triebel, Ursula Gisela Buchner und Andrea Sandor beleuchtet, wie Personalverantwortliche ihr persönliches Bauchgefühl hinterfragen und den Beurteilungsprozess in Auswahlverfahren kritischer, reflektierter und systematischer gestalten können. Der dafür erforderliche Kompetenzerwerb setzt voraus, dass Personalentscheider ihr Denken und Handeln aktiv reflektieren.

Mit vielen Beispielen aus der Praxis führen die Autoren den Leser anschaulich und verständlich zu den Kernaussagen des Buches hin: Schwierige Prozesse sind anzugehen. Die Beschreibung von Stärken und Potenzialen sowie detaillierte Tätigkeitsanforderungen stellen wichtige Determinanten für die Potenzialbeurteilung dar. Sie sind Indikatoren für das Potenzial, das Kandidaten für zukünftige Anforderungen mitbringen. Anschaulich dargestellt mit Grafiken und durch klare, extra abgegrenzte Kurzzusammenfassungen der wichtigsten Inhalte fasst der Band sehr praxisorientiert und mit einem guten Einblick in das Tagesgeschäft von Unternehmen zusammen, wie sich Aufgaben in Anforderungen übersetzen lassen, welche Möglichkeiten das Personalmarketing im Recruiting bietet und wie Unternehmen Bewerbungsgespräche verbessern können.

Besonders eindrucksvoll reflektieren die Autoren in allen Kapiteln des Buches, dass es besonders wichtig ist, die eigenen Entscheidungen immer wieder zu reflektieren. Mit vielen Tipps und Anleitungen zeigen sie, wie die Potenzialbeurteilung zu einem gängigen Werkzeug wird – und wie Unternehmen die Qualität ihrer Personalentscheidungen durch Evaluation laufend verbessern können.


Praktischer Nutzwert: *****
Lesbarkeit / Schreibstil: ***
Verständlichkeit: ****
Gliederung / Übersichtlichkeit: *****
Meine persönliche Empfehlung für Personalverantwortliche: ****



Christoph Spöck

Director Human Resources
Tyrolean Airways
christoph.spoeck@tyrolean.at

In ihrem Buch „Potenzialbeurteilung“ laden die Autoren Thomas Lang-von Wins, Claas Triebel, Ursula Gisela Buchner und Andrea Sandor dazu ein, sich mit ihrem Konzept einer „lernenden Potenzialbeurtelung“ auseinanderzusetzen. Der Leser soll seine eigene Beurteilungskompetenz erweitern und damit seine Personalauswahl schrittweise optimieren.

Das Buch ist sehr übersichtlich gegliedert und gut strukturiert. Randüberschriften erleichtern die Orientierung. Thomas Lang-von Wins und seine Co-Autoren nähern sich dem Thema Potenzialbeurteilung über einen wissenschaftlichen Zugang. Sie regen Personalverantwortliche an, das Zustandekommen von Urteilen kritisch zu hinterfragen, damit sie die diagnostischen Aufgaben, die sich bei der Personalauswahl und -beurteilung stellen, kompetent bewältigen können.

Die Annäherung an das Thema folgt dem Postulat, dass Kriterien der Wissenschaft in Personalauswahlprozesse Einzug halten. Für den Praktiker mögen die Beschreibungen abgehoben wirken und zu wenig Bezug zum Alltagsgeschäft aufweisen. Beliebte Merkmale von Handbüchern wie Fallbeispiele, Checklisten oder Best-Practice-Modelle fehlen weitgehend.

Inhaltlich orientiert sich das Buch an der Recruitingprozesskette: Es beschreibt zunächst die Aufgaben- und Anforderungsanalyse, anschließend die Suche über Zeitungsanzeigen und Recruitingmessen. E-Recruiting oder Headhunting erwähnt der Band nicht. Auch die Kapitel „Umgang mit Bewerbungen“ und „Bewerbungsgespräch“ folgen einem streng wissenschaftlichen Zugang. Der Abschnitt „Auswertung von Bewerbungsunterlagen“ beschreibt sehr ausführlich das Modell von Heinz Schuler, einem Wissenschaftler und Kollegen von Lang-von Wins. Hier wäre ein Beispiel über den praktischen Einsatz des Modells wünschenswert.

Das Kapital "Bewerbungsgespräch" skizziert zwar Interviewmethoden wie das Behavior Description Interview, das Situative Interview oder das Multimodale Interview. Leider erfährt der Leser nichts über die Einzelheiten und kann deshalb auch nicht überprüfen, ob diese Methoden praxistauglich sind. Abschließend behandeln die Autoren die Frage der kritischen Überprüfung der eigenen Entscheidung und postulieren dabei eine Art „Qualitätsmanagement eigener Entscheidungen und des eigenen Handelns.“

Der Klappentext beschreibt das Buch als „nah an den Anforderungen der Praxis und doch objektiv und wissenschaftlich fundiert“. Aus meiner Sicht überwiegt der wissenschaftliche Zugang – somit präsentiert sich der Band auch mehr als nützliche Quelle aktueller Forschungsergebnisse aus dem Bereich der Potenzialbeurteilung – und weniger als Praxishandbuch.


Praktischer Nutzwert: **
Lesbarkeit / Schreibstil: **
Verständlichkeit: ***
Gliederung / Übersichtlichkeit: ****
Meine persönliche Empfehlung für Personalverantwortliche: **