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in heft 2/2008 für sie gelesen:
Von Peter P. Baumgartner und Rainer Hornbostel
Manger müssen Mut machen
Mythos Shackleton
251 Seiten
29,90 Euro
ISBN: 978-3-205-77642-0
Verlag: http://www.boehlau.at
Rezensionen:
Die moderne Managementliteratur untersucht häufig historische Persönlichkeiten auf ihre Führungsqualitäten. Nun also ist Ernest Shackleton dran, der britische Südpolarforscher, der es ironischerweise nie zum Südpol geschafft hatte, aber durch seine Führungsqualitäten bei seiner dritten, der sogenannten „Endurance“-Expedition, in die Geschichte eingegangen ist.
Die Autoren legen uns zuerst eine Art „XXLHarvard- Fallstudie“ vor, indem sie über 50 Seiten einen detaillierten Abriss über die Vorbereitung und Durchführung der Expedition beziehungsweise der Rettungsarbeiten geben. Dieser Teil ist interessant, erfährt man doch viele Details, die dem normalen Nicht-Polarforscher unbekannt sind. Anschließend beleuchten die Autoren die „Führungskunst“ Shackletons genauer und stellen sie in den Kontext des heutigen Geschäftslebens. Dabei sehen wir, dass Shackleton auf seiner Expedition moderne Managementgrundsätze anwendet und sich als sehr menschenorientierte Führungskraft erweist.
Der Transfer in unser heutiges Berufsleben bleibt aber problematisch: Wir, die heutigen Führungskräfte, sind nun mal keine Polarforscher und unsere Mitarbeiter sind keine abenteuerlustigen Patrioten, die für ihr Land als Erste am Südpol stehen wollen. Die Situation, in der sich Shackleton befand, schränkt zudem seine Möglichkeiten als Führungskraft ein. So hatte er keinen Einfluss darauf, dass sein Schiff von den Eismassen zerquetscht wurde. Andere Entscheidungen muss er mangels Alternativen einfach treffen, so zum Beispiel den Entschluss, die Nahrungsmittel zu rationieren, als die Vorräte schwanden.
Die wahre Qualität Shackletons wird dann erst im späteren Teil des Buches deutlich (nach einem etwas überflüssigen Versuch, auch noch Unternehmensberaterweisheiten zum Thema „Neuausrichtung“ unterzubringen), als die Autoren Shackletons Verhalten mit demjenigen anderer Polarforscher seiner Zeit vergleichen: Diese waren meist autoritär-militärisch ausgebildet und hatten kein Verständnis für die Bedürfnisse ihrer Mannschaft. Daher war es für sie auch selbstverständlich, dass sie mit weniger Männern von einer Expedition zurückkamen, als sie mitgenommen hatten – falls sie überhaupt zurückkamen. Das Buch zeigt Shackleton als Führungskraft, die keine Menschen opfern will, eine Eigenschaft, die im übertragenen Sinne auch für die heutigen Führungskräfte gelten sollte. Der „Mythos Shackleton“ – so der Untertitel des Buches – entsteht aber primär aufgrund seiner charismatischen Persönlichkeit und seiner Fähigkeit, sich selbst zu vermarkten – ebenfalls Eigenschaften, die im heutigen Berufsalltag hilfreich sein können. In diesem Sinne bietet dieses Buch eine anregende Lektüre mit historischem Bezug, ohne wirklich Neues aufzuzeigen.
| praktischer Nutzen: |
*** |
| Lesbarkeit / Schreibstil: |
**** |
| Verständlichkeit: |
***** |
| Gliederung / Übersichtlichkeit: |
** |
| Meine persönliche Empfehlung für Personalverantwortliche: |
*** |
Die Ausstrahlung einer Persönlichkeit und die Fähigkeit, Mitarbeiter zu motivieren, sind wichtige Faktoren für den Erfolg der Unternehmensführung. Diese Erkenntnis ist heutzutage unbestritten. Der berühmte Polarforscher Shackleton hat das als ausgezeichneter Manager schon vor hundert Jahren seinen Zeitgenossen bewiesen.
Das Einstiegskapitel des Buches „Manager müssen Mut machen. Mythos Shackleton“ beschreibt die Geschichte der Endurance-Expedition durch die Antarktis genau, faszinierend und spannend. Die Schwierigkeiten, mit denen Shackleton und seine Mannschaft zu kämpfen hatten, die dramatischen Rettungsaktionen, das grandiose Scheitern der Expedition sowie die lebensrettenden Entscheidungen sind eindrucksvoll dargestellt.
Im folgenden Kapitel analysieren die Autoren den Führungsstil Shackletons: „Shackleton fasziniert jene Menschen, die ihn persönlich kennen lernten und die Nachwelt zugleich. Er konnte das Unmögliche möglich machen. Warum folgten ihm seine Männer nur zu gern, auch an das sprichwörtliche, nein, an das tatsächliche Ende der Welt?“ Die Antwort lautet: Sie folgten ihm wegen seiner fachlich rationalen Fähigkeit, seiner Art, auf emotional-intuitive Weise Probleme. Die Ausstrahlung einer Persönlichkeit und die Fähigkeit, Mitarbeiter zu motivieren, sind wichtige Faktoren für den Erfolg der Unternehmensführung. Diese Erkenntnis ist heutzutage unbestritten. Der berühmte Polarforscher Shackleton hat das als ausgezeichneter zu lösen, wegen seiner unkonventionellen Bewerbungsgespräche, seiner Menschenkenntnis und seinem vorbildlichen Verhalten. Dank seiner Ruhe, Gelassenheit und Fairness gelingt die Rettung seiner Mannschaft. Mit menschlicher Größe gab er seinen Männern ungebrochene Willenskraft, um an das neue Ziel zu gelangen.
Als ich diese Geschichte las, dachte ich automatisch an den normalen Arbeitsalltag. Wie verhalten wir uns in bestimmten Situationen? Können wir die Herzen der Mitarbeiter erreichen? Haben wir uns vorbildlich verhalten? Haben wir Mitarbeiter motivieren können, Verantwortung zu tragen und neue Ideen für das Unternehmen einzubringen? Haben wir unseren Mitarbeitern genügend Wertschätzung entgegengebracht?
Die beiden Autoren vergleichen Shackletons Philosophie mit der heutigen Unternehmensphilosophie und übersetzen sie in die Gegenwart. Die aufgezeigten Lösungsmethoden und Fallstudien geben durchaus anregende Einsichten für die Neuausrichtung der eigenen Führungsarbeit. Die Sprache dieses Buches spiegelt die Begeisterung für das Thema wider und spricht den Leser emotional an. Über die Umsetzbarkeit der Lösungsansätze in die Praxis lässt sich durchaus diskutieren. Aber als Lektüre für die Krisen- und Risikobewältigung ist das Buch empfehlenswert, da Shackletons Führungskunst wertvolle Inspirationen bietet. Das Buch eignet sich auch für die Führungskräfte und weitere interessierte Leser.
| praktischer Nutzen: |
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| Lesbarkeit / Schreibstil: |
***** |
| Verständlichkeit: |
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| Gliederung / Übersichtlichkeit: |
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| Meine persönliche Empfehlung für Personalverantwortliche: |
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