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in heft 1/2008 für sie gelesen:
Gerhard Schwarz
Führen mit Humor
Ein gruppendynamisches Erfolgskonzept
216 Seiten
29,90 Euro
ISBN: 978-3-409-12732-5
Verlag: http://www.gabler.de
Rezensionen:
„Führen mit Humor“ ist gewissermaßen eine philosophisch komplementäre Ergänzung des Bandes „Management: Das A und O des Handwerks“ von Fredmund Malik, das in der vergangenen Ausgabe besprochen wurde. Das Buch von Gerhard Schwarz beschreibt, „was Malik vergaß“. Sein Beitrag ist einerseits eine tiefsinnige Auseinandersetzung mit einem Thema, das er in Witz, Ironie, Sarkasmus, Parodie/Satire, Hohn, Spott, Zynismus und natürlich Humor zerlegt, um die jeweiligen Wirkungsweisen überprüfen zu können, und andererseits eine praktische Anleitung, um mit Humor bessere Leistung zu erzeugen.
Wer die Lacher auf seiner Seite hat, führt! Autoritäten, über die man lacht, sind populärer als solche, über die keine Witze gemacht werden. Trotzdem haben Autoritäten auch heute noch Angst vor Witz und Humor. Die Witzkultur ist in autoritären Systemen entsprechend sanktioniert. Dabei ist Humor nur ein gesundes Werkzeug, Verabsolutiertes wieder ins Lot zu bringen. Menschen wehren sich mit Witz gegen Oppression. Je ernster eine Situation ist, umso wichtiger ist es, ihre komischen Seiten zu Wort kommen zu lassen.
Wenn man englische Manager die 67 Kompetenzkarten erfolgreicher Führungskräfte des CCL (Center for Creativ Leadership in Ohio, USA) hinsichtlich ihrer Bedeutung reihen lässt, so ist Humor immer unter den ersten 20. In deutschen Landen fällt er meist anderen, als wichtiger empfundenen Kompetenzen zum Opfer. Man hat ernst zu sein bei der Arbeit. Angesichts der Bedeutung von Kreativität und Innovation für den Unternehmenserfolg wird dem Humor hierzulande noch recht wenig Beachtung geschenkt.
Schwarz postuliert, dass man Humor lernen kann. Praktische Anleitungen dafür gibt sein Buch in Hülle und Fülle. Gerade im Umgang mit Fehlern, der Konfl iktlösung und der Führung von Gruppen stellt sich Humor als unschlagbares Instrument heraus. Das beste Krisenmanagement ist Lachen. Denn Kritik können Menschen am besten in Form von Humor akzeptieren und der Umgang mit Humor in Gruppen ist ein Reifekriterium für ein Team. Die Gelotologie (griech. gélos = das Lachen), die Wissenschaft über die Auswirkung des Lachens, will daher auch entsprechend Resümierend: Gerhard Schwarz schenkt uns mit diesem Buch amüsante und intelligente Blumensträuße und damit die Möglichkeit, sich mit einem spannenden und entwicklungsgeschichtlich wichtigen Thema auseinanderzusetzen sowie dessen Vorteile in unseren Führungs-Alltag integrieren zu können.
Es ist ein Plädoyer, sein Bewusstsein für mehr Heiterkeit, Freude und Spaß im Leben zu wecken. Das Buch ist so konzipiert, dass man es auch kapitelweise lesen und sich gleich auf den praktischen Teil konzentrieren kann, ohne sich mit den zwar relevanten, aber auch anspruchsvolleren philosophischen Inhalten konfrontieren zu müssen. Es lehrt uns, das Leben durch die Augen des Humors zu sehen. Humor ist keine Gabe des Geistes, sondern eine Gabe des Herzens. Daher sollte das Buch nicht nur auf den Wunschlisten vieler Personalisten stehen, sondern auch von Managern gelesen werden, die damit auf unorthodoxe Weise ihre Wirksamkeit als Führungskraft über das A&O des Managements hinaus erhöhen können.
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| Lesbarkeit / Schreibstil: |
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| Verständlichkeit: |
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| Gliederung / Übersichtlichkeit: |
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| Meine persönliche Empfehlung für Personalverantwortliche: |
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Humor ist eines der stärksten und effizientesten Führungsinstrumente. Mit dieser These beginnt das nunmehr vorliegende letzte Buch von Gerhard Schwarz, Universitätsdozent für Philosophie und Gruppendynamik. Während Kinder am Tag noch circa 400 Mal lachen, ist uns Erwachsenen diese Fähigkeit beziehungsweise die Gelegenheit dazu abhanden gekommen. Wir lachen im Schnitt nur mehr 16 mal am Tag, so der Autor. Humor und Lachen seien jedoch schon immer erfolgreiche Instrumente einer eher informellen, von unten nach oben erfolgenden Führungsarbeit gewesen, die sich zum Beispiel für Interventionen in Konfliktsituationen eigne. Was früher die Hofnarren am königlichen Hofe waren, die letztlich über großen Einfluss verfügten,
sind heute Berater, Sozialwissenschaftler und Mediatoren.
Gleich eingangs stellt Schwarz die positive Wirkung und heilende Kraft des Lachens dar: Lachen mache gesund, schön und erotisch, selbstsicher und erfolgreich, gebe Ansehen sowie Einfluss und löse Konflikte. Wie ein roter Faden zieht sich die Betonung der konstruktiven Seite des Lachens durch das Werk. Destruktives Lachen ist nach Meinung des Autors aber nicht schlechthin verboten, sondern kann in manchen Situationen sogar ein Gebot der Stunde sein – zum Beispiel als Intervention bei völlig festgefahrenen Meinungen zweier Kontrahenten.
Interessant ist die Differenzierung zwischen dem „Komischen“ und dem „Lustigen“, wobei sich das Komische eher auf eine Übertreibung, Verfälschung oder einen Kontrast bezieht, das Lustige hingegen etwas Originelles, an sich Bestehendes darstellt. Als wertvoll für die Praxis erweist sich eine Darstellung der verschiedenen Formen des Komischen wie Ironie, Schadenfreude, Spott und Hohn, Parodie und Satire, Sarkasmus, Zynismus und schließlich Humor, der von der Liebe getragen wird. Schwarz übersetzt das altgriechische Wort „agape“, das eigentlich Liebe heißt, mit Humor.
Führen mit Humor setzt nun voraus, dass eine Führungskraft über sich selbst lachen kann, erst in einem zweiten, wesentlich schwierigeren Schritt ist eine Gruppe so weit zu bringen, dass diese über sich selbst lachen kann. Der Autor schlägt vor, eine Vertrauenskultur im Unternehmen zu schaffen, in der Konflikten und Fehlern mit Humor begegnet werden kann. Kursorisch geht Schwarz schließlich auf die Einsatzfelder von Humor im Konfliktmanagement ein, behandelt aber auch die Frage, ob ein Unterschied im Humorverhalten zwischen den Geschlechtern festzustellen sei. Dazu vertritt er die Meinung, dass Männer den Witz lange Zeit als Machtinstrument gegenüber Frauen eingesetzt haben, Humor also machtspezifisch und nicht geschlechtsspezifisch zu werten sei. Durch den Eintritt der Frauen in das soziale Gefüge des Berufslebens habe sich dieses Machtgefälle aber verschoben. Abgerundet wird das Buch durch einen – wie es der Autor nennt – Ausflug in die Stellung des Humors in Mythologie, Religion und Literatur.
Zu einem in der Praxis gut verwendbaren Werkzeug wird dieser Band durch zahlreiche
Tipps und Ratschläge, zum Beispiel für den Umgang mit klassischen „Typen“, denen wir
im beruflichen Alltag begegnen, seien es Vielredner oder Zuspätkommende, Leistungsverweigerer,
Miesmacher oder Handy-User im Meeting. Aber auch die zahlreichen Anekdoten oder Verweise auf Philosophen oder Querdenker der Antike, wie zum Beispiel den listenreichen Odysseus bei Homer, machen die Qualität dieses Buches aus. Insgesamt stellt das Werk eine interessante, leicht lesbare Lektüre dar, die Lust auf das Ausprobieren von Humor und Witz in einer der nächsten Besprechungen oder in beruflichen Alltagssituationen macht.
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| Meine persönliche Empfehlung für Personalverantwortliche: |
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