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in heft 4/2006 für sie gelesen:
Sonja Prager und Nora Hlous (Hg.)
Psychosoziale Krisen in Unternehmen
Praxishandbuch für Führungskräfte
168 Seiten
19,90 Euro
ISBN: 3-85076-757-4
Verlag: http://www.facultas.at
Rezensionen:
Das Wiener Rote Kreuz hat seine in langjähriger Erfahrung aufgebaute psychologische Beratungskompetenz in der Health Consult Gesellschaft für Vorsorgemedizin gebündelt. Mit der Herausgabe dieses Praxishandbuches will die Gesellschaft Unternehmen beim psychosozialen Krisenmanagement unterstützen.
Je rascher Führungskräfte Krisen erkennen und situationsgerecht handeln, desto geringer wird der Schaden für das Unternehmen sein. Im Handbuch zitierte Studien und Statistiken belegen eindrucksvoll, welche direkten und indirekten Kosten durch Krisen- oder auch Angstsituationen entstehen können. Daraus geht hervor, dass Krisenmanagement neben verantwortungsvollem Handeln gegenüber Mitarbeitern auch ein Gebot betrieblicher Ökonomie ist.
Notfall- und Krisensituationen in Unternehmen können von Naturkatastrophen (Stichwort „Tsunami“) bis zum Firmenverkauf reichen. Auf folgende Situationen gehen die Autoren gesondert ein: Stress und Burnout, Suchtmittelabhängigkeit (insbesondere Alkoholismus), Mobbing, sexuelle und geschlechtsbezogene Belästigung am Arbeitsplatz, Überfälle, schwer oder chronisch kranke Mitarbeiter, Tod von Kollegen und Suiziddrohungen. Einzelne Fallbeispiele geben einen Eindruck über mögliche Auswirkungen von Krisen.
Das Buch sensibilisiert Führungskräfte für das Thema und schärft die Wahrnehmung für das Befinden der Mitarbeiter und das Ausmaß von psychosozialen Krisen. Besonders unterstützend ist beispielsweise die Auflistung möglicher menschlicher Stressreaktionen nach belastenden Ereignissen.
Die Autoren erklären psychosoziale Dynamiken, führen gesetzliche Grundlagen aus und stellen interne und externe Unterstützungssysteme dar, wie zum Beispiel
Arbeitsmedizin und Beratungsstellen. Darüber hinaus geben sie Handlungsanleitungen und beschreiben, wie Führungskräfte in verschiedenen Krisensituationen intervenieren können. Die beschriebenen Situationen sind nicht alltäglich und treten meist überraschend auf. Dieser Tatsache trägt das Buch insofern Rechnung, als es übersichtlich aufgebaut und hervorragend als Nachschlagewerk im Krisenfall verwendbar ist.
Zu den Aufgaben von Führungskräften in Krisenzeiten gehört neben der zügigen Umsetzung von notwendigen Maßnahmen nicht zuletzt die Vermittlung von Orientierung und Sicherheit für Mitarbeiter. Die Lektüre des Praxishandbuches unterstützt Führungskräfte, als wesentlichen ersten Schritt für sich selbst Orientierung zu erlangen. Das Handbuch ist somit eine willkommene Ergänzung zur gängigen Führungsliteratur.
| praktischer Nutzen: |
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| Lesbarkeit / Schreibstil: |
***** |
| Verständlichkeit: |
***** |
| Gliederung / Übersichtlichkeit: |
***** |
| Meine persönliche Empfehlung für Personalverantwortliche: |
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Michael Metzl
Leiter Personal - Human Resources Director
Eurest Restaurationsbetriebsgesellschaft m.b.H.
michael.metzl@eurest.at
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Psychosoziale Krisen in Unternehmen – ist das ernsthaft ein Thema für Führungskräfte wie es der Untertitel suggeriert? Oder soll damit lediglich eine weitere „Spielwiese“ für das HR er-öffnet werden – als zusätzliche Rechtfertigung? Wie weit geht eigentlich die Verantwortlich-keit des Unternehmens gegenüber seinen Mitarbeitern und wo beginnt es in persönliche Be-reiche einzugreifen, die allein vom Individuum zu bewältigen sind?
Wie aus diesen Fragestellungen unschwer zu erkennen ist, war mein erster Zugang zu diesem Buch ein sehr kritischer – kein sehr guter Ausgangspunkt für eine Rezension. Müssen wir uns in diesem Buch mit indifferentem „psychologischen Kram“ herumschlagen?
Bereits der Statistikteil am Anfang macht klar, dass die Themenstellung sehr wohl für Unter-nehmen von hoher Relevanz ist: Aus dem durch psychosoziale Krisen verursachten Schaden (Kosten der Fehlzeiten) geht deutlich hervor, dass diese Art von Krisenmanagement kein so-zialromantischer Prozess, sondern ein Gebot betrieblicher Ökonomie ist!
Zwei Stunden später und am Ende des Buches angekommen muss ich klar sagen, dass man sich an die „psychologische“ Diktion rasch gewöhnt und auch als psychologischer Laie in jeder Phase den Gedankengängen des Autorenteams folgen kann.
Das Buch spannt einen weiten Bogen möglicher Krisensituationen - von Stress und Burnout über Suchtmittelabhängigkeit, Mobbing und sexuelle Belästigung bis hin zu Überfällen, Um-gang mit schwer oder chronisch kranken Mitarbeitern sowie Tod.
Zwei ganz wichtige Themen, mit denen wir heute immer öfter konfrontiert werden, fehlen allerdings: Die Essstörungen Anorexie und Bulimie. Das ist schade, denn die Thematiken sind allesamt ausgesprochen prägnant beschrieben, so dass der Leser einen wirklich guten Einstieg in diese Materien erhält. Die Handlungsanweisungen an Führungskräfte sind manchmal sehr allgemein gehalten und in vielen Krisensituationen ähnlich – das, glaube ich, liegt in der Na-tur der Sache –, stellen aber überwiegend ein wirklich guter Maßnahmenkatalog dar! Insofern ist das Buch ausgesprochen praxisorientiert, was der abschließende Überblick über die mögli-chen externen medizinischen und psychosozialen Unterstützungssysteme nochmals bestätigt. Mit Hilfe des Buches kann ein Personalmanager ohne weiteres einen kurzen Leitfaden zu-sammenstellen, der beschreibt, wie sich Führungskräfte in psychosozialen Krisensituationen verhalten sollen.
Abschließend der rote Faden, der sich durch das gesamte Buch zieht: Regelmäßiges Feed-back, Mitarbeitergespräche und realistische und erreichbare Zielsetzungen können psychoso-ziale Krisen verhindern. Ein stetiges Beobachten des Verhaltens der Mitarbeiter auf Verände-rungen ermöglicht darüber hinaus eine frühzeitige und damit Erfolg versprechende Interventi-on. Letztlich stellt genau das die Herausforderungen an HR in Unternehmen dar: Ein solches verantwortliches Führungsverhalten auf allen Führungsebenen sicherzustellen. Die konkrete Intervention im Krisenfall bleibt meiner Ansicht nach sowieso immer den medizinischen oder psychologischen Fachkräften vorbehalten.
| praktischer Nutzen: |
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| Lesbarkeit / Schreibstil: |
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| Verständlichkeit: |
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| Gliederung / Übersichtlichkeit: |
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| Meine persönliche Empfehlung für Personalverantwortliche: |
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